Qigong ist ein ganzheitliches System, das gesundheits-fördernde Körperhaltungen, Bewegungen, Selbstmassage, Atemtechniken und Meditation umfasst.
Der Grundgedanke im Qigong ist: Ein gesunder Körper bringt einen gesunden Geist hervor und umgekehrt.
Qigong ist ein Teilbereich der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wurde zur Gesunderhaltung und Stärkung entwickelt.
Ziel ist es, den Fluss der Lebensenergie im Körper zu stärken, den Stoffwechsel anzuregen und den Bewegungsapparat zu trainieren.
Im Qigong handelt es sich um langsame Bewegungen im harmonischen Rhythmus mit dem Atem. Diese können aktive Entspannung bringen.
Es bedarf zum Erlernen keiner Vorerfahrung und keiner besonderen gesundheitlichen Voraussetzung. Die Übungen können in jedem Alter ausgeübt werden.
Richtig ausgeführt können diese Gymnastik- und Konzentrationsübungen ein neues Gefühl von Gleichgewicht und damit Selbstbewusstsein vermitteln.
Qigong kann energetisierend wirken und ist so besonders für Menschen geeignet, die oft abgespannt und erschöpft sind.
Die Atemübungen des Qigong massieren die Organe in der Bauchhöhle, was sich positiv auf Magen und Darm auswirken kann und Darmträgheit oder
Verdauungsstörungen beheben kann. Das Wesentliche im Qigong ist, dass die Übungen dazu beitragen sollen, dass Krankheiten gar nicht erst entstehen.
Es wird daher präventiv eingesetzt.
Die Acht Brokate
Bei den Acht Brokaten handelt es sich um acht elegante, fließende und geschmeidige Bewegungen.
Sie bestehen aus leichten Streckübungen, die die Muskeln und Bänder dehnen und die inneren Organe stimulieren.
Die Wirkungen der Acht-Brokate sind vor allem ganzheitlicher Art: bringen den Stoffwechsel ins Gleichgewicht, stimulieren und stärken die Lunge, wirken gegen
Müdigkeit und Verspannung, tragen zur Ausgeglichenheit von Herz und Nervensystem bei, strecken Rücken, stärken Nieren, Leber und Blase, regulieren die Milz,
massieren verspannte Kniesehnen und Waden. Es bedarf zum Erlernen keiner Vorerfahrung und keiner besonderen gesundheitlichen Voraussetzung.
Die Übungen können in jedem Alter ausgeübt werden.
Das Herz-Qigong (Shuxin Pingxue Gong)
nach Prof. Zhang Guangde
Das Herz-Qigong reguliert das Herz-Kreislaufsystem und beruhigt den Geist. Die wörtliche Übersetzung ist: ausdehnen (Shu), Herz (Xin) öffnen, frei machen,
Blut (Xue) ins Gleichgewicht (Ping) bringen durch Übungen, die diese Fähigkeit lehren (Gong).
In der Traditionellen Chinesischen Medizin nimmt das Herz die Stellung des Kaisers ein und herrscht somit über die 12 Organ-Funktionskreise des gesamten Organismus.
Daraus wird verständlich, dass das tägliche Ausüben des Herz-Qigong eine Schlüsselrolle einnimmt in der Erlangung von allgemeiner Gesundheit mit dem Ziel des
Wohlbefindens von Körper und Geist. Dies ist besonders wichtig in der heutigen Zeit, wo Stress, emotionale Belastung, Zeitnot schädigend auf die Funktion
des Herzens wirken können. Das Herz-Qigong besteht aus 8 Übungen, die Bewegung, Atmung, Akupressur und Meridianmassage miteinander verbinden.
Die Übungen stärken und regulieren das Herz-Kreislauf-System und lassen das Herz zur Ruhe kommen. Vorhandene Blockaden werden aufgelöst und das Qi kann wieder
frei fließen.
Die Wirkungen des Herz-Qigong sind vor allem ganzheitlicher Art:
- Herz, Lunge und Gelenke werden gestärkt, sie fördern den Muskelaufbau
- Aktivierung des Energiezentrums Dantian
- Die inneren Organe werden stimuliert
- Verwringung der Meridiane
- Aufmerksamkeit
- Die Aufmerksamkeit fließt entlang des Herz- und Herzbeutelmeridians
- Das Pressen der Laogong-Punkte wirkt auf das Herzkreislaufsystem gegen Herzrhythmusstörungen, vorbeugend für Herzinfarkte
- Schütteln der Handgelenke wiederum für Meridiane
- Klopfen der Meridiane belebt die inneren Organe und verbessert die Verdauung und Durchblutung
- Teile der Ohrmassage heben bzw. senken den Blutdruck
Was bedeutet Qigong?
Qi ist der chinesische Begriff für "Lebensenergie". In der chinesischen Medizin gilt Qi als die belebende Kraft, die alle Lebewesen durchströmt.
Qi ist außerdem die Lebensenergie, die sich für uns in der Natur manifestiert.
Die Erde selbst bewegt und verändert sich andauernd, sie atmet und lebt durch Qi.
Die heilende Energie ist nur dann von Nutzen, wenn sie da hingelangt, wo sie benötigt wird. Es ist deshalb wichtig, dass Qi in alle Körperzellen fließen kann
(vergleichbar mit Blut). Begreifen kann man nicht, was Qi ist, dies lernt man erst durch Erfahrung. Wer Qi nicht wirklich erspürt hat, für den ist es wertlos.
Gong bedeutet "Arbeit" oder "Erfolg durch Ausdauer und Übung". Daher heißt Qigong "Arbeit mit der Lebensenergie".
Wir lernen den Fluss und die Verteilung des Qi in unserem Körper zu kontrollieren, um unsere Gesundheit zu stärken und zu einer ausgewogeneren Beziehung
zwischen unserem Geist und unserem Körper zu gelangen.
Meridiane
Das Qi wandert auf Energiebahnen, die als Meridiane bzw. Leitbahnen bekannt sind. Meridiane sind ein Kanalnetz und transportieren verschiedene Arten von
Qi und Flüssigkeiten durch den Körper und regeln dadurch die Energieversorgung. Durch die Leitbahnen gelangt das Qi zu den Organen und Körperteilen.
Die meisten Akupunkturpunkte liegen entlang dieser Kanäle. Qigong - auch Heilmethode für Körper, Geist und Seele genannt - gehört zur TCM,
zu welcher u. a. auch Akupunktur gehört.
Qigong wird als Ergänzung zu Therapien empfohlen, da sich Patienten schneller von Krankheiten erholen. Es kann den Schmerz und andere Symptome lindern
und das Fortschreiten der Krankheit abbremsen.
Durch Qigong-Übungen soll Qi im Körper gesammelt und gespeichert werden, sie wirken wie Akupunktur ohne Nadeln. Der Übende lernt, durch Körperbewegungen,
Atemtechniken und Vorstellungskraft das Qi zum Fließen zu bringen. Er oder sie lernt, den Qi-Fluss selbst zu regulieren,
ihn in angegriffene Bereiche zu transportieren, damit der Körper sich schneller und leichter selbst helfen kann.
Mit Qigong kann man Krankheiten vorbeugen und seine Gesundheit verbessern.
Qigong verfolgt das Ziel zu größerer Harmonie zwischen Innerem und Äußerem, zwischen dem Selbst und der Natur zu finden.
Qigong sorgt für eine bessere Gesundheit, gesünderen Schlaf, mehr Kraft, reinere Haut, wirksameren, aktiveren Stoffwechsel, bessere Selbstkontrolle.
Mit Qigong können chronische Krankheiten wie Depressionen, Bluthochdruck, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre geheilt werden.
Qigong sollte täglich praktiziert werden, man benötigt weder eine spezielle Ausrüstung noch einen großen Übungsraum.
Sie sollten weite, bequeme Kleidung tragen, flache Schuhe oder barfuss sein. Jeder kann Qigong üben.
Qigong ist zwar leicht zu lernen, doch wenn man es zur Meisterschaft bringen will, benötigt man Hingabe und Ausdauer.
Das tägliche Training sollte mindestens zehn Minuten betragen und besteht aus dynamischen Übungen (langsame Bewegungen),
Selbstmassage (sanftes Reiben und Erwärmen der Haut an verschiedenen Vitalzentren löst Stauungen) und Meditation.
Die beste Zeit hierfür ist der frühe Morgen. Sie sollten nicht mit vollem Bauch trainieren.
Richtig praktiziertes Qigong hat keine Nebenwirkungen.
Es gibt
1. Aktives Qigong
Donggong, Übungen-in-Bewegung, sichtbare Körperübungen.
Einige Qigong Stile sind nach Tieren benannt, deren Bewegungen sie nachahmen, wie z.B. Kranich oder das Spiel der Fünf Tiere.
Die Acht Brokate und das Herzqigong gehören auch zum aktiven Qigong.
Aktives Qigong erhöht die Beweglichkeit, stärkt die Kraft, erhöht die Widerstandskräfte, verbessert das Gleichgewicht und die Koordination.
2. Meditatives Qigong
Jinggong, Übungen-in-Ruhe, reglos, Meditation.
Der Übende soll eine klare und ruhige Geisteshaltung und eine tiefere Selbstbewusstheit entwickeln, außerdem soll er zur Harmonie mit der Natur finden.